Urkundlich bezeugt ist die Burg erstmals 1312 unter den
nachgelassenen Besitzungen der Grafen von Rabiswalde, als
Wendilsteyn 1322. Sie gehörte zunächst den Grafen von
Weimar, diese mussten sie aufgrund ihrer hohen Schulden an
den landgräflichen Hofrichter Christian von Witzleben
verkaufen. Durch diesen erfolgte der Ausbau. Der älteste
Teil der Burg mit trutzigen Mauern und Türmen ist dem
Westflügel vorgelagert, hier sind auch Reste einer
romanischen Kapelle zu besehen. 1560 und 1590 erfolgten weitere Umbauten zum Wohnschloss.
Der aus der späten Renaissancezeit stammende Nordflügel ist
nur noch teilweise erhalten, bietet aber immer noch ein
imposantes Bild. Die Burganlage wird von einem stattlichen, in mehreren
Stufen abfallenden Burggraben umgeben, der wiederum von
einem Wall mit Kasematten abgegrenzt wird. 1623 geriet Wendelstein in den Besitz des Kurfürsten
Johann Georg I. von Sachsen. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde sie 1632 von
den Pappenheimern, 1632 und 1640 von den Schweden verwüstet,
danach wurden nur noch einfachere Fachwerkbauten errichtet. Im 18. Jahrhundert entstand eine weithin berühmte
Pferdezucht aus Pferden polnischer, türkischer und
tatarischer Rassen.
Während der Freiheitskriege wurde das Gestüt am 26. Mai
1813 durch Lützower Jäger unter einem Kommando von Theodor
Körner seiner Pferde beraubt. Das Gestüt wurde nicht wieder
besetzt; nachdem Wendelstein 1815 Preußen zugeschlagen
wurde, verfiel die Domäne.