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Das Kommandantenhaus liegt gegenüber dem
Zeughaus, am Anfang der Prachtstrasse "Unter den Linden" im Berliner
Bezirk Mitte.
Im 17. Jahrhundert wurde die erste größere
Stadterweiterung Berlins geplant. Noch innerhalb der alten
Festungsanlagen der Residenzstadt sollte der neue Stadtteil
Friedrichswerder entstehen. Mit der Durchführung beauftragte
Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg (der „Große Kurfürst“)
seinen Festungsbaumeister Johann Gregor Memhardt. Als Anerkennung
erhielt Memhardt vom Kurfürsten ein Baugrundstück in guter Lage als
Geschenk und ließ dort 1653 sein zweigeschossiges Wohnhaus bauen,
das erste steinerne Haus auf dem Friedrichswerder – Vorgänger des
Kommandantenhauses.
Nachdem das Gebäude baufällig geworden war,
entstand 1795/96 ein repräsentativer königlicher Immediatbau
(Gebäude mit palastartigem Charakter), errichtet durch den
Baumeister Wilhelm Konrad Titel. Dieses Gebäude war zunächst als
privates Palais mit zahlreichen Wohn- und Nebenräumen sowie
Pferdeställen angelegt, 1799 wurde es zum Sitz des Kommandanten der
Berliner Garnison bestimmt. 1818 übernahm die Kommandantur auch den
Dienst an der Neuen Wache, die von Karl Friedrich Schinkel schräg
gegenüber, zwischen Zeughaus und Universität – dem früheren
Prinz-Heinrich-Palais – errichtet worden war.
Ein wesentlicher Umbau erfolgte in den Jahren
1873/74. Ein weiteres Geschoss kam hinzu, das barocke Walmdach wurde
durch ein Flachdach ersetzt, die ganze Fassade mit einer markanten
Putzquaderung bedeckt. An den Rändern des Daches stellte man acht
Terrakotta-Adler mit ausgebreiteten Flügeln auf. Die
Gesamtgestaltung lehnte sich an die florentinische Palastarchitektur
der Frührenaissance an – für eine solche Adaption gab es seit 1830
ein prominentes Beispiel in Berlin, nämlich Schinkels Palais Redern
am Pariser Platz, das 1907 dem Neubau des Hotel Adlon weichen
musste.
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das
Kommandantenhaus bei Bombenangriffen beschädigt und in den 50er
Jahren abgerissen; die DDR beanspruchte das Grundstück für ihr groß
dimensioniertes Außenministerium, das seinerseits 1995 wieder
abgerissen wurde.
1999 bis 2003 wurde das Kommandantenhaus neu
errichtet. Die Fassade wurde nach Bildvorlagen rekonstruiert, das
Innere des Baukörpers individuell gestaltet.
Quelle: wikipedia |