Der
Binger Mäuseturm ist ein ehemaliger Wehr- und Wachturm. Er
steht auf der Mäuseturminsel im Rhein vor dem Binger
Stadtteil Bingerbrück.
Der Name leitet sich entweder ab vom
mittelhochdeutschen mûsen = spähen, lauern oder vom
althochdeutschen muta = Wegezoll. Danach wäre der
"Mäuseturm" in Wirklichkeit ein alter "Mautturm" - ein
Begriff, den man sprachlich im Volk umdeutete zu "Mausturm",
weil man nach Abschaffung des Wegezolls (Maut) auf Flüssen
diesen Begriff nicht mehr verstand (Volksetymologie).
Der Turm wurde in der ersten Hälfte
des 14. Jahrhunderts als Zollwachturm erbaut, um das
Zoll-Sperrsystem der
Burg
Ehrenfels zu verstärken. Er wurde während des
Dreißigjährigen Krieges und im Pfälzischen Erbfolgekrieg
1689 zerstört. Der preußische König Friedrich Wilhelm IV.
ließ ihn von 1856 bis 1858 nach Plänen des Kölner
Dombaumeisters Ernst Friedrich Zwirner und des Architekten
Friedrich Albert Cremer unter seiner direkten Mitwirkung als
preußische Grenzmarke im neugotischen Stil wiederaufbauen.