|
Das Rokoko-Schloss ist das
mittlere und jüngste der drei Dornburger Schlösser.
Ab 1732 ließ Herzog Ernst August von
Sachsen-Weimar-Eisenach über 21 Bürgerhäuser
abreißen und an ihrer Stelle vom Landesbaumeister
Richter das Rokoko-Schloss erbauen. Dabei wurde das
„Hauptgebäude“ auf den Grundmauern des Wohnhauses
des Amtsschreibers errichtet. Wegen baulicher
Mängel musste das Schloss allerdings wieder
abgerissen werden. Der Baumeister Gottfried Heinrich
Krohne aus Franken errichtete den Bau bis 1747 neu.
Nach seiner Fertigstellung wurde das Schlösschen von
der herzoglichen Familie aber kaum genutzt, und alle
Seitenanbauten bis auf den heutigen Marstall wurden
niedergelegt. Ab 1776 nutzte Johann Wolfgang von
Goethe als herzoglicher Minister das Schloss bei
dienstlichen Aufenthalten im Amt Dornburg als
Quartier, da das sogenannte Goethe-Schloss erst nach
1800 in den Besitz des Herzogs überging. Von 1816
bis 1817 ließ Herzog Carl August von
Sachsen-Weimar-Eisenach das Schloss umfangreich
sanieren und als Sommerschloss einrichten. Im Winter
1818/19 tagte im Schloss der Landtag des Herzogtums
während seiner 1. Sitzungsperiode. Der vom Herzog
einberufene Landtag war das erste Gremium seiner Art
in einer deutschen Monarchie. |