Schloss Neuenburg 

Das Schloss Neuenburg ist eine Burganlage in der Stadt 06632 Freyburg, Schloss 1 (Unstrut) im Süden des Landes Sachsen-Anhalt (Burgenlandkreis) auf dem spornartigen Ausläufer einer Hochfläche über dem Ostufer der unteren Unstrut.

 

Das Schloss ist eng verbunden mit der Geschichte der Ludowinger, von denen man annimmt, dass sie in den 1030er Jahren aus Mainfranken nach Thüringen kamen. Das Gebiet um Freyburg und Naumburg gelangte kurz nach 1085 durch die Heirat mit Adelheid († 1110), der Witwe des ermordeten Pfalzgrafen Friedrich III. von Goseck, an Ludwig den Springer, der hier wenig später die Neue Burg anlegen ließ. Damit festigte er wesentlich seine neu errungene Position im Saale-Unstrut-Raum. Bis zum Aussterben des Geschlechtes 1247 war Schloss Neuenburg eine wichtige, zeitweilig sogar die größte Burg der Landgrafen von Thüringen, einer der einflussreichsten Familien des Heiligen Römischen Reiches. Neben der Landgräfin Elisabeth von Thüringen beherbergte die Neuenburg zum Beispiel auch Kaiser Friedrich Barbarossa in ihren Mauern. Der Dichter Heinrich von Veldeke vollendete dort um 1185 seinen Eneasroman. Nach dem Aussterben der Ludowinger gelangte Schloss Neuenburg in den Besitz der Markgrafen von Meißen aus dem Geschlecht der Wettiner und verlor zunächst beträchtlich an Bedeutung. Erst unter Herzog Wilhelm III. von Sachsen (1445-1482) setzte ab etwa 1440 eine erneute Bautätigkeit ein. Vermutlich wollte er der Neuenburg eine bedeutendere Residenzfunktion zubilligen, was er jedoch nicht verwirklichte. Kurfürst August von Sachsen ließ die Anlage in der Mitte des 16. Jahrhunderts zu einem Jagdschloss umbauen. Diese Funktion erfüllte es auch von 1656 bis 1746 für die Herzöge von Sachsen-Weißenfels und den sächsischen Kurfürsten Friedrich August II. (1746-56). Mit dessen Tod verlor die Neuenburg ihr Bedeutung für den kursächsischen Hof. Sie wurde 1770 in die staatliche Verwaltung übergeben.

Um 1225 wurde der spätromanische, viergeschossige Wohnturm II außerhalb der südlichen Ringmauer errichtet. Er diente offensichtlich vorrangig gehobenen wohnlichen Ansprüchen, denn er besaß im ersten und zweiten Obergeschoss je einen Kamin und Zugänge zu einer im Jahre 1226 oder kurz danach südlich an die Schildmauer angebauten Abortanlage. Das dritte, unbeheizbare Obergeschoss des Turms, das sich mit vier Fenstern nach außen öffnete, kann als Sommerlaube bezeichnet werden, die einen schönen Blick ins Unstruttal gestattete. Der Wohnturm diente vorrangig gehobenen wohnlichen Ansprüchen, vermutlich denen der landgräflichen Familie. Gleichzeitig fand um 1220/30 auch der Ausbau der Doppelkapelle mit der endgültigen Einwölbung und den Zackenbögen statt. Die letzte große Bautätigkeit der Romanik erfolgte unter Landgraf Ludwig IV. (1217-1227) und seiner Frau Elisabeth, vermutlich im Hinblick auf den hohen Rang der Thüringer Landgrafen und die politische Absichten in der Mark Meißen ab ca. 1221. Mit dem Tod Ludwigs 1227 und der Konzentration der Ludowinger auf die hessischen Gebiete endeten die Baumaßnahmen. Nach dem Tod des letzten Landgrafen Heinrich Raspe fiel die Burg 1247 an die wettinischen Markgrafen von Meißen. Die Anlage wurde sowohl in strategischer als auch in repräsentativer Hinsicht bedeutungslos. Unter dem thüringischen Landgrafen Herzog Wilhelm III. wurde ab etwa 1440 mit tiefgreifenden Umbauten begonnen, die umfangreiche Bestandteile der romanischen Bausubstanz, besonders im Bereich des Palas und der Wohnbauten vernichteten. Hierzu gehörten der Bau einer neuen Küche (1401 oder Mitte des 15. Jahrhunderts), der Umbau der älteren Wohnbauten (Grosse Kemenate, heute Fürstenbau, ab 1458) und des romanischen Wohnturms (1462/63) sowie die Erneuerung des Torhauses (Löwentor). Die Dachlandschaft wurde stark verändert und mit mehreren Türmchen versehen, außerdem neue Fachwerkgeschosse und Erker aufgesetzt. Erst aus dieser Zeit stammen auch die Zwingermauern im Osten, Norden und Südwesten der Kernburg und das Osttorhaus und Westtorhaus. Allerdings fehlt für diese aufwendige Bautätigkeit bisher der historische Hintergrund, es kann nur vermutet werden, dass Landgraf Wilhelm III. (1445-1482) von Weimar der Neuenburg eine größere Aufgabe zubilligte, vielleicht eine bedeutendere Residenzfunktion, die letztlich aber wohl nicht verwirklicht werden konnte.

(Quelle Wikpedia)

Burgtyp: Höhenburg

Vorhanden ist ein Museumsladen, Burgmuseum und ein Burgcafé, außerdem stehen Ferienwohnungen zur Verfügung. Alljährlich findet wohl auch ein Mittelalterspektakel statt.  Man kann soweit die äußere Burganlage incl. des Vorhofes zur Kernburg frei betreten. Allerdings ist der Zugang zur Kernburg (und Zwinger) kostenpflichtig. Das Areal ist groß und man braucht doch beträchtliche Zeit um alles anzuschauen. Parkplätze (an einer gepflegten Hotelanlage) sind vorhanden, dann noch cirka 500m Fußweg und Sie sind in der Anlage.

 
Schloss Neuenburg
Schloss Neuenburg_01

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Schloss Neuenburg_02    Ansicht aus Richtung Naumburg

Schloss Neuenburg_02 Ansicht aus Richtung Naumburg

Schloss Neuenburg_03    Der Bergfried (Dicker Wilhelm)

Schloss Neuenburg_03 Der Bergfried (Dicker Wilhelm)

Schloss Neuenburg_04

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Schloss Neuenburg_05

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Schloss Neuenburg_06    Zugang zum Dicken Wilhelm

Schloss Neuenburg_06 Zugang zum Dicken Wilhelm

Schloss Neuenburg_07

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Schloss Neuenburg_08    In der Vorburg

Schloss Neuenburg_08 In der Vorburg

Schloss Neuenburg_09    Vom Zwingeraus: Blick in die Kernburg

Schloss Neuenburg_09 Vom Zwingeraus: Blick in die Kernburg

Schloss Neuenburg_10

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Schloss Neuenburg_11

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Schloss Neuenburg_13

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Schloss Neuenburg_14

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Schloss Neuenburg_15

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Schloss Neuenburg_16    Bildmitte: Tor zur Kernburg

Schloss Neuenburg_16 Bildmitte: Tor zur Kernburg

Schloss Neuenburg_17

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Schloss Neuenburg_18

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Schloss Neuenburg_19

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Schloss Neuenburg_20    Weg um die Kernburg

Schloss Neuenburg_20 Weg um die Kernburg

Schloss Neuenburg_21

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Schloss Neuenburg_22    Weg um die Kernburg

Schloss Neuenburg_22 Weg um die Kernburg

Schloss Neuenburg_23

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Schloss Neuenburg_24    Eingang zum Museum

Schloss Neuenburg_24 Eingang zum Museum

Museum:  ja Gastronomie:  ja Hotel/Pension: ja

besucht August 2010