Um 1225 wurde der spätromanische,
viergeschossige Wohnturm II außerhalb der
südlichen Ringmauer errichtet. Er diente
offensichtlich vorrangig gehobenen
wohnlichen Ansprüchen, denn er besaß im
ersten und zweiten Obergeschoss je einen
Kamin und Zugänge zu einer im Jahre 1226
oder kurz danach südlich an die Schildmauer
angebauten Abortanlage. Das dritte,
unbeheizbare Obergeschoss des Turms, das
sich mit vier Fenstern nach außen öffnete,
kann als Sommerlaube bezeichnet
werden, die einen schönen Blick ins
Unstruttal gestattete. Der Wohnturm diente
vorrangig gehobenen wohnlichen Ansprüchen,
vermutlich denen der landgräflichen Familie.
Gleichzeitig fand um 1220/30 auch der Ausbau
der Doppelkapelle mit der endgültigen
Einwölbung und den Zackenbögen statt.
Die letzte große Bautätigkeit der Romanik
erfolgte unter Landgraf Ludwig IV.
(1217-1227) und seiner Frau Elisabeth,
vermutlich im Hinblick auf den hohen Rang
der Thüringer Landgrafen und die politische
Absichten in der Mark Meißen ab ca. 1221.
Mit dem Tod Ludwigs 1227 und der
Konzentration der Ludowinger auf die
hessischen Gebiete endeten die Baumaßnahmen.
Nach dem Tod des letzten Landgrafen Heinrich
Raspe fiel die Burg 1247 an die wettinischen
Markgrafen von Meißen. Die Anlage wurde
sowohl in strategischer als auch in
repräsentativer Hinsicht bedeutungslos. Unter dem thüringischen Landgrafen Herzog
Wilhelm III. wurde ab etwa 1440 mit
tiefgreifenden Umbauten begonnen, die
umfangreiche Bestandteile der romanischen
Bausubstanz, besonders im Bereich des Palas
und der Wohnbauten vernichteten. Hierzu
gehörten der Bau einer neuen Küche (1401
oder Mitte des 15. Jahrhunderts), der Umbau
der älteren Wohnbauten (Grosse Kemenate,
heute Fürstenbau, ab 1458) und des
romanischen Wohnturms (1462/63) sowie die
Erneuerung des Torhauses (Löwentor).
Die Dachlandschaft wurde stark verändert und
mit mehreren Türmchen versehen, außerdem
neue Fachwerkgeschosse und Erker aufgesetzt.
Erst aus dieser Zeit stammen auch die
Zwingermauern im Osten, Norden und Südwesten
der Kernburg und das Osttorhaus und
Westtorhaus. Allerdings fehlt für diese
aufwendige Bautätigkeit bisher der
historische Hintergrund, es kann nur
vermutet werden, dass Landgraf Wilhelm III.
(1445-1482) von Weimar der Neuenburg eine
größere Aufgabe zubilligte, vielleicht eine
bedeutendere Residenzfunktion, die letztlich
aber wohl nicht verwirklicht werden konnte.
(Quelle Wikpedia)