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Die Festung Heldrungen ist eine Festung mit zwei Wassergräben, vier Vaubanschen Bastionen und fünf Rondellen und befindet sich in der thüringischen Stadt 06577 Heldrungen am Südrand der Goldenen Aue südöstlich von Bad Frankenhausen im Kyffhäuserkreis. Als erste Befestigungsanlage wurde vermutliche eine hölzerne
Fluchtburg für die Bewohner des nahen Rittergutes „Roter
Hof“ erbaut. Die erste urkundliche Erwähnung fand 1126
statt. Die Burg befand sich im Besitz der Herren von
Heldrungen. Um 1190 wurde eine erste steinerne, romanischen
Burganlage erbaut. Um 1400 kam die Burg in den Besitz der
Grafen von Hohnstein. Diese mussten wegen hoher Verschuldung
1479 die Burg an Graf Ernst II. von Mansfeld verkaufen. Graf
Ernst II. von Mansfeld ließ ab 1501 die Burg renovieren und
zum Wohnsitz umbauen. Von 1512 bis 1518 erfolgte die
Erbauung der vierflügeligen Renaissance-Schlossanlage für
Graf Ernst II. und seine zweite Frau Dorothea von Solms. In
den Jahren nach 1519 wurden dann Festungswerke mit insgesamt
12 Rondellen in zwei Festungsgürteln und doppeltem
Wassergraben rund um das Schloss erbaut. Aus der Wasserburg
wurde eine Festung, die in ihrer Zeit als uneinnehmbar galt.
Der Komplex aus Schloss und unabhängigen Festungsgürtel ist
durch die im sächsischen Raum aufkommende Frührenaissance
geprägt und stellt ein frühes Beispiel des „bastionierten
Schlosses“ dar. Vergleichbar sind Schloss Hartenfels in
Torgau, das Schloss in Wittenberg und die Moritzburg
(Halle). Im Bauernkrieg spielte die Festung eine wichtige
Rolle als Rückzugsort des regionalen Adels. Nach der
Schlacht bei Frankenhausen wurde der Bauernführer Thomas
Müntzer 1525 in der Burg bis zu seiner Hinrichtung
gefangengehalten und gefoltert. Im Schmalkaldischen Krieges
kam 1546 und 1547 zu Gefechten um die Festung. Im
Dreißigjährigen Krieg kam es im November 1632 zur Eroberung
der Festung durch Wallensteins Truppen. Alle
Festungsinsassen wurden nach der Eroberung ermordet. Bis
1645 wechselte die Festung während des Dreißigjährigen
Krieges häufig den Besitzer, bevor sie dann 1645 von den
Schweden erobert wurde. Während der Belagerung wurde die
Festung stark beschädigt. Noch 1645 wurden die äußeren Wälle
geschleift. 1664 bis 1668 errichtete Johann Moritz Richter
einen neuen modernen äußeren Festungsgürtel nach dem
Vaubanschen System. Ab 1680 verlor die Festung an Bedeutung
und gesamten Anlage verfiel langsam. Durch den Wiener
Kongress kamen Ort und Festung Heldrungen 1815 an das
Königreich Preußen. Wegen der fehlenden militärischen
Bedeutung wurde die Festung 1860 aus dem Verzeichnis
preußischer Festungen gestrichen. An der Südecke der Kernburg zeugt der Müntzerturm
als ältester Teil des Schlosses von der Gefangenschaft des
Bauernführers Thomas Müntzer, der danach 1525 im nahe
gelegenen Bad Frankenhausen hingerichtet wurde. Quellen: Urlaubsland Thüringen.de - Wikipedia |
Burgtyp: Niederungsburg/Wasserburg
besucht August 2010